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Weltstillwoche: 14 Stillerfahrungen

Im Rahmen der Weltstillwoche 2023 haben wir in Zusammenarbeit mit MAM Baby einen Blogbeitrag zum Thema Stillen zusammengestellt. 14 Mamas haben ihre Stillerfahrung mit uns geteilt. Stillen ist nicht gleich Stillen. Stillen kann schön sein. Stillen kann schmerzhaft sein. Stillen kann unerwünscht sein. Stillen kann Liebe sein. Und vieles mehr.


Mit diesem Bericht möchten wir gerne eines erreichen: Mamas den Druck nehmen. Stillen ist das Natürlichste auf der Welt, und wir alle wissen, dass es das Beste für unser Kind ist. Wir vom Bärnermamis-Team sind alle Mamas und wissen, was stillen bedeutet und welche Herausforderungen, Schmerzen und Frustrationen damit einhergehen können. Hauptsache ist, dass es der Mama gut geht. Unabhängig davon, für welchen Weg sie sich entscheidet, ob Stillen, Abpumpen oder Fläschchen geben; es gibt kein richtig oder falsch. Darum; stillen kann wunderschön sein, Fläschchen geben aber auch.


(Normalzeit-)Stillen ist und war für uns der passendste und einfachste Weg.


L. (35) mit E., (4) und N., (2)


«Ich stille seit 4.5 Jahren. Mein Wunsch war es, mein Kind 1 Jahr zu stillen. Mein Kind und ich genossen nach anfänglicher Schwierigkeiten das Stillen sehr. Ich stillte weiter, als meine Milch in der zweiten Schwangerschaft versiegte. Stillte meine beiden Kinder 1.5 Jahre Tandem. Hörte auf die Bedürfnisse meiner Kinder und meine - und stillte das grosse Kind mit über 3.5 Jahren ab. Seit 6 Monaten stille ich nur noch das jüngere Kind, ich bin gespannt wohin uns unsere Stillgeschichte noch führt. Beiden Stillbeziehungen waren grossartig und ganz anders. Beim 1.Kind hatte ich viele Fragen und Unsicherheiten - ich bekam Sicherheit und Antworten in einer Stillgruppe auf FB. Beim 2. Kind war das Stillen intuitiver.»

«Aufhören zu Stillen, war (m)eine Befreiung.»

S. (37) mit Kinder (1,5 und 4,5 Jahre)


«Stillen? Klar mache ich das, wenn es funktioniert. Mehr Gedanken habe ich mir vor der Geburt der ersten Tochter nicht gemacht. Nach der Geburt habe ich angefangen zu stillen – und die Tochter zu erbrechen. Sie war ein Chötzlikind. Stillen in der Öffentlichkeit? Leider nein. Spontane Kaffeetreffen? Nicht möglich. Diese kleinen Freiheiten, die nach der Geburt eines Kindes (noch) bleiben, waren ausser Reichweite. Zudem fand ich es immer furchtbar, mich mit meinen Brüsten zur Schau zu Stellen. Kurz: ich fand gar nichts romantisch am Stillen und hab’s schlicht nicht gern gemacht. Nach 5 Monaten konnte ich es mir endlich eingestehen und aufhören. Es war eine Befreiung. ABER: Der Hintergedanke, dass «frau» dankbar sein sollte, wenn es funktioniert, war immer präsent. Auch als ich drei Monate nach der Geburt der zweiten Tochter aufgehört habe sie zu Stillen.»


«Das Stillen ist eine gemeinsame Reise»


C. (37) mit F. (23 Monate)


«Bereits kurz nach der Geburt wurde mir F. an die Brust gelegt. Es wurde mir gezeigt, wie er seinen

Mund haben sollte, damit er richtig saugen konnte und ich keine Schmerzen habe. Zu Hause zeigte

mir die Hebamme mehrere Stillpositionen, die ich immer wieder ausprobierte, um einer

Brustentzündung vorzubeugen. Leider bekam ich trotzdem mehrere Entzündungen, die mit Fieber

und grossen Schmerzen verbunden waren. Sonst funktionierte das Stillen bei uns aber wunderbar. Ich stillte F. nach Bedarf, schnell entwickelte sich bei ihm jedoch einen ca. 2-3 Stunden Rhythmus. Nach ca. einem Jahr stillten wir tagsüber ohne Probleme ab. Nun wird er nur noch abends zum Einschlafen gestillt und nachts. Auch da weiterhin nach Bedarf. Ganz abstillen möchte ich erst, wenn F. mir zeigt, dass er dazu bereit ist.»


«Ich musste aufhören zu stillen, weil ich zu viel Milch hatte.»


Anonym


«Mein Traum war es, mein Kind möglichst lange zu stillen. Ich habe mir ein Jahr vorgenommen. Nach nur acht Wochen war dann Schluss, ich war komplett am Ende. Ich musste aufhören zu stillen, weil ich zu viel Milch hatte. Es klingt für mich auch nach 3 Jahren so absurd, dass ich es grundsätzlich niemanden erzähle, ich schäme mich dafür. Ich habe in meinem Umfeld immer nur gehört, dass abgestillt werden musste, weil nicht ausreichend Milch vorhanden war. Durch die viele Milch hatte ich eine Brustentzündung nach der anderen und kam aus dem negativen Strudel nicht mehr raus. Ich war nicht in der Lage, eine gute Mutter zu sein, alles drehte sich nur um meine Brust (massieren, stillen/abpumpen, kühlen etc). Dazu kamen die Schuldgefühle: Wie kann man dem eigenem Kind die Muttermilch verwehren, obwohl man doch mehr als genug hätte? Es hätte mir geholfen zu wissen, dass auch andere Mütter aus diesem Grund abgestillt haben.»

„Freiwillig mit Stillen aufzuhören hat mich in meiner Mutterrolle erst richtig aufgehen lassen»


K. (40 Jahre), Sohn (4.5 J.)


«Nach einer schönen Schwangerschaft und einer unkomplizierten Geburt hat auch das Stillen meines Sohnes von Anfang an problemlos funktioniert. Mir fiel es aber in den ersten Wochen immer schwerer. Ich fühlte mich stark unter Druck gesetzt und eingeengt und hatte grosse Mühe in der Öffentlichkeit zu stillen. Das führte dazu, dass ich kaum raus ging und durch die hormonellen Veränderungen und die Isolation psychisch in ein Loch fiel.


Ich habe mich schnell damit beschäftigt abzustillen, habe mich aber nicht „getraut“, da man immer hört, dass es das Beste sei für das Kind. Zum Glück hatte ich eine super Hebamme, die mich in meinem Entschluss bestärkt hat und mir bewusst gemacht hat, dass es für meinen Sohn am wichtigsten ist, dass es mir gut geht. Ich habe dann nach 2 Monaten abgestillt.


Ich habe von meinem Umfeld viel Gegenwind und Unverständnis für meine Entscheidung erhalten. Es gibt Personen, die noch heute auf meinen Still-Abbruch verweisen, wenn mein Sohn einen Infekt hat. Leider ist freiwilliges Aufhören des Stillens immer noch verpönt und wird von vielen Seiten verurteilt. Für mich aber hat ab diesem Zeitpunkt ein neues Kapitel in meiner Mutterschaft begonnen. Ich fühlte mich gut und selbstsicher, habe viel unternommen und bin in meiner Mutterrolle nicht nur angekommen, sondern richtig aufgeblüht. Rückblickend war es für mich, meinen Sohn und unsere ganze Familie die genau richtige Entscheidung.»

«Stillen hat bei mir wunderbar funktioniert, manchmal vermisse ich es heute noch.»


D. (33) Kinder (3 und 4 Jahre)


«Stillen kann wunderbar und unkompliziert sein. Ich hatte das Glück, dass das bei mir der Fall war. Meine Tochter habe ich sechs Monate gestillt und meinen Sohn 17 Monate. Beide haben vom ersten Tag an mit einer Selbstverständlichkeit getrunken. Ich musste nie Zufüttern oder zu anderen Hilfsmitteln greifen. Das nächtliche Stillen im Liegen habe ich als extreme Erleichterung empfunden, weil ich dabei weder aufstehen noch richtig erwachen musste. Der Abstillprozess verlief natürlich und komplikationslos. Natürlich hatte auch ich schwierige Momente, schmerzhafte Phasen bei aufkommenden Milchstaus oder war erschöpft, wenn das Baby stündlich trinken wollte. Die positiven Erinnerungen an meine beiden Stillzeiten überwiegen jedoch bei weitem und ich denke bis heute mit Freude, Dankbarkeit und auch ein bisschen Wehmut an diese intensive Zeit zurück.»



«Ich brach ständig in Tränen aus und fürchtete mich vor dem nächsten Stillen.»


G. (28) mit M. (4 Monate)


«Bereits ab dem ersten Lebenstag von Milan hatte ich mit einer Hypersensibilität der Brustwarzen zu kämpfen. Dies entwickelte sich im Verlauf der darauffolgenden Wochen zu einem stechenden und brennenden Schmerz während und auch nach dem Stillen. Es war unerträglich.


Weder Silberhütchen, Brustwarzencreme, noch Anlegeberatungen konnten das Problem lösen. Ich brach ständig in Tränen aus und fürchtete mich vor dem nächsten Stillen. Nach jeder Stillmahlzeit ist mir eine weisse und anschliessend bläuliche Verfärbung der Brustwarzen aufgefallen. Nach diversen Gesprächen konnte meine Hebamme die Ursache ausfindig machen: Vasospasmus. Es handelt sich um einen Gefässkrampf, bei dem sich die Blutgefässe der Brustwarze zusammenziehen und somit die Blut- und Sauerstoffzufuhr unterbrochen werden.


Um den Schmerzen entgegenzuwirken nehme ich nun täglich Blutverdünner und eine hohe

Dosis an Magnesium und Calcium ein. Mittlerweile halten sich die Schmerzen in Grenzen. Dies

ermöglicht mir, das Stillen wirklich zu geniessen.»

«Die Erfahrung Milch abzupumpen und vom Baby getrennt sein zu müssen, hat mir eine neue Einstellung zur Kuhmilch gegeben.»


Anonym (34) mit Kind (2)


«Kurz nach der Geburt wurde mein herzkrankes Baby und ich getrennt. Da meine Kleine auf der IPS lag, konnte ich nur einige Stunden am Tag bei ihr sein. Wochenlag waren wir getrennt. Das einzige was mir als Mama blieb, war meine Milch. Alles andere wurde mir genommen.

Bevor ich Mama wurde, sagte ich immer, dass ein Baby auch mit der Flasche gross wird-stillen war für mich nie ein Muss. Plötzlich hätte ich alles getan um mein Baby stillen dürfen. Gerne hätte ich mein Kind ganz nahe bei mir gehabt. Nach einigen Monaten wurde klar, dass mein Kind nie genügend Kraft haben wird um an der Brust zu trinken. Die Doppelbelastung vom Abpumpen und Schöppele machte mich psychisch kaputt, weshalb ich mich entschied „abzustillen“. Die Entscheidung hat mich sehr viele Tränen gekostet und tut mir heute noch weh.»

„Nicht zu Stillen war in meiner Situation die Beste Entscheidung“


«Im Jahr 2018 wurde ich ungewollt schwanger und die verdrängte Schwangerschaft wurde erst drei Wochen vor Geburt entdeckt. Da mein Partner und ich damals keine Kinder wollten, brach für uns erstmal eine Welt zusammen. Erst zusammengezogen und die Priorität mehr auf die Karriere gerichtet. Aufgrund meiner psychischen Verfassung durch die verdrängte Schwangerschaft entschied ich mich für einen Kaiserschnitt und gegen das Stillen. Bereits im Krankenhaus erhielt ich Tabletten zur Hemmung der Milchproduktion. Ich konnte mir absolut nicht vorstellen, meine Tochter zu stillen.


Meine Tochter erhielt also von Geburt an das Fläschchen mit Säuglingsmilch. Ich hatte eine sehr liebevolle und professionelle Hebamme die mich während der ersten Wochen gut damit begleitet hat. In der Verwandtschaft wurde darüber geredet, weshalb ich nicht stille und ob ich nicht wisse, dass dies das Beste für das Kind ist. Ebenfalls wurde ich in Apotheken/Drogerien mehrmals darauf aufmerksam gemacht, das Stillen die Beste Wahl ist. Niemand dieser Menschen wusste, weshalb ich mich gegen das Stillen entschieden habe, und trotzdem wurde ich verurteilt und war in den Augen mancher Menschen eine schlechte Mutter. Für mich war es heute wie damals die richtige Entscheidung. Ich habe jede Sekunde mit meiner Tochter als Säugling genossen und konnte mir trotzdem Zeit und Freiheiten für mich rausnehmen. Meine Tochter hat sich auch ohne Stillen normal und gesund entwickelt. Für mich hat die Entscheidung nicht zu Stillen, sehr viel Druck aus den ersten Wochen und Monaten mit meiner Tochter genommen.»


J. (27) mit O. (4)


«D-MER: wenn das Stillen eine Welle von Trauer, Wut oder Angst auslöst.»

L. (26) mit M. (2)


«Nach der Geburt meines ersten Kindes litt ich unter postpartalen Depressionen. Ich hatte Mühe, eine Bindung zu meinem Sohn aufzubauen und war oft in meiner eigenen Niedergeschlagenheit und Taubheit gefangen. Das Stillen klappte eigentlich sehr gut, jedoch überkam mich dabei immer eine Welle von Trauer, Wut und manchmal sogar Panik.


Erst als ich dies bei meiner Psychologin ansprach, erfuhr ich vom "Dysphorischen Milchspendereflex" (D-MER). Bei Betroffenen hat die hormonelle Veränderung während der Milchbildung eine negative Verstimmung zur Folge. Leider lässt sich D-MER nicht behandeln. Jedoch half mir allein das Wissen darüber, weil ich meine negativen Gefühle einordnen konnte und wusste, dass sie sich nicht gegen mein Kind richteten, sondern hormonell ausgelöst werden.


Ich habe meinen Sohn trotz dieser Hürden acht Monate voll gestillt. Und obwohl sich das Abstillen damals wie ein Versagen angefühlt hat, bin ich heute sehr stolz auf mich.»


«Ich war auf zu wenig Muttermilch nicht vorbereitet»

S. (31) mit L. (1.5)


«Ich habe mir vor der Geburt nie grosse Gedanken bezüglich stillen gemacht und dachte, das wird so nebenbei laufen. Ich hatte keine Ahnung was auf mich zukommen wird und das ich mich über Wochen nur noch mit diesem Thema beschäftigen werde. Bereits im Spital war das Stillen der reine Horror. Meine Kleine weinte viel, ich war sehr gestresst und überfordert. Ich begann bereits im Spital abzupumpen um die Milch anzuregen. Doch so wirklich funktionieren wollte es nicht. Emotional war es eine sehr schwierige Zeit. Ich war nicht vorbereitet auf das. Auch Zuhause drehte sich alles nur ums Stillen und Abpumpen. Mein Umfeld war sehr unterstützend und gab mir Tipps und „Mitteli“ wie ich die Milchproduktion fördern konnte. Ich habe gefühlt alles ausprobiert, was man machen konnte. Und doch klappte es einfach nicht. Nach 2 Monaten entschied ich es sein zu lassen. Es war sehr belastend, ich fühlte mich wie eine Versagerin. Rückblickend war es aber die richtige Entscheidung abzustillen, denn ab da konnte ich endlich in meiner Mama-Rolle ankommen und mich auf meine Tochter konzentrieren.»

«Tandemstillen mit Zwillingen war streng, aber ein wunderbares Geschenk!»


S. (40) mit Zwillinge (21 Monate)


«Wow, das hatte ich noch nie bei Zwillingen», bemerkten mehrere Ärztinnen. Am Anfang glaubte ich auch nicht daran. Viele Fragen schwirrten mir im Kopf, darunter die Hauptfrage: Reicht die Milch für beide? Im Lindenhof wurde ich gut eingeführt und meine Hebamme hat mich super begleitet. Der 4 Stunde-Rhythmus schien mir zu Beginn engstirnig, doch dann war ich sehr dankbar: Tandemstillen wäre sonst nicht möglich gewesen und dazwischen konnte ich Energie tanken. Auch die vielen Fragen beantworteten sich mit der Erfahrung von selbst. Mir wurde klar, dass viele Antworten nur ich liefern konnte und ich mich nicht zu fest auf Fachberichte stützen durfte. Dafür musste, aber zuerst mein Mamiselbstvertrauen stärker werden. Ein Riesenglück: zwei Schnelltrinker·innen und ausreichend Milch. Stillen hat mein Leben als Zwillingsmami nicht nur vereinfacht, sondern hat mir auch unbeschreibliche Momente geschenkt.»


«Meine zwei Stillerfahrungen waren komplett unterschiedlich»


A. (28) mit Kinder (3 J. und 6 Monate)


«Als mein erster Sohn auf die Welt kam, war für mich klar, dass ich ihn gerne stillen möchte. Ich hatte von Beginn an genug Milch, keine Schmerzen oder Entzündungen. Die ersten zwei Wochen verliefen problemlos. Nach zwei Wochen begann unser Sohn viel zu weinen und schreien. Stundenlang. Es war für uns eine sehr schwierige Zeit. Das übertrug sich auch aufs Stillen. Er schrie die Brust an und verweigerte sie. Ich verspürte immer mehr den Wunsch abzustillen. Ich kam absolut nicht mehr klar damit. Meine Gedanken waren nur: «ich stille für dich, weil es das Beste für dich ist und du schreist mich so an». Natürlich wusste ich, dass er das nicht extra macht, aber das Gefühl war da. Ich verspürte enorm den Druck von aussen weiter zu stillen. Auch Stillberaterinnen konnten mir nicht weiterhelfen. Eine meinte nur: «wäre schon schade, wenn Sie jetzt abstillen würden. Sie haben ja genug Milch.» Wie es mir aber psychisch dabei ging, blieb kommentarlos. Nach vielen Tränen und Schuldgefühle beschloss ich abzustillen. Es war die beste Entscheidung für uns beide. Zwei Jahre später kam mein zweiter Sohn auf die Welt. Dieses Mal war für mich klar, dass ich es nicht soweit kommen lasse und schneller auf mein Bauchgefühl hören werde. Erstaunlicherweise verlief das Stillen mit ihm von Anfang an problemlos. Ich stillte ihn 6 volle Monate ohne Schreien, ohne Schmerzen. Ich konnte nie Frauen nachempfingen, wenn sie mir sagten, sie lieben es zu stillen. Bei meinem zweiten Sohn durfte ich das erleben und bin diesbezüglich sehr dankbar.»

«Abstillen ist genau so individuell wie Stillen, trotzdem sind Erfahrungsberichte wertvoll und nötig»


J. (33), Kinder (5 J., 2 J. und 2 Monate)


«Auch bei meinem dritten Kind war nach einem Monat Vollstillen klar, dass ich nicht weiterstillen kann/möchte. Bei den beiden Grossen habe ich langsam, das heisst innerhalb von einem Monat, abgestillt, in dem ich Woche für Woche Mahlzeiten durch Milchpulver ersetzt habe. Das hat zwar funktioniert, war aber ein langwieriger und schmerzhafter Prozess. Bei meinem dritten Kind wollte ich nun mit einem, von der Frauenärztin verschriebenen Medikament, abstillen. Am Telefon bekam ich einfach das Rezept ausgestellt. Ich befragte meine Hebamme zu Erfahrungen damit, sie konnte mir aber nicht weiterhelfen, da sie noch nie eine Frau betreut hatte, die damit abgestillt hat. Ich ging mit dem Rezept in die Apotheke, die junge Frau schaute es an und ihre erste Frage war, ob ich noch andere Medikamente einnehme oder stille. Ich musste also erst erklären, wozu ich das Medikament nutzen möchte und fragte, wie genau das Abstillen dann abläuft. Leider konnte mir keiner etwas Genaues sagen, nur dass dies sehr individuell sei. Anscheinend ist das Abstillen doch ein sehr grosses Tabuthema. Ich nahm die erste Tablette abends ein und danach folgten zwei qualvolle Tagen mit prallen Brüsten, viel Ausstreichen, warmen Duschen und leider nicht ganz so viel Ruhe. Darauf wäre ich gerne vorbereitet gewesen. Danach hatte ich noch zwei Wochen täglich mehrere Milcheinschüsse und erst langsam wurde es besser. Im Nachhinein bin ich immer noch überzeugt, das richtige gemacht zu haben und geniesse das «Schöppelen» meiner Tochter. Ich würde mir einfach wünschen, dass in der Gesellschaft nicht nur das «Stillen» sondern auch das «Abstillen» thematisiert würde.»


Dieser Blogbeitrag ist in Zusammenarbeit mit MAM Baby entstanden.


mambaby.com/de-ch/

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